Kreuzspinne bei der Netzreparatur

Spinnlein am Abend…

erquickend und labend, weiß der Volksmund. Nur hat er vergessen, dass sich die Redewendung tatsächlich nicht auf Spinnentiere bezieht, sondern auf das Spinnen, und zwar die Sache mit dem Spinnrad und der Wolle.

Das Original: Spinne(n) am Morgen bringt Kummer und Sorgen – Spinne(n) am Abend, erquickend und labend. Und da die Tätigkeit des Spinnens nur noch sachkundigen Menschen vorbehalten ist, deren Zahl doch eher als gering einzuschätzen ist, ging die eigentliche Bedeutung der Redewendung über die Jahrhunderte verloren.

Ursprünglich bezog sich die Redewendung auf den Zeitpunkt der Arbeit: Wer bereits morgens spinnen musste, war mit großer Sicherheit bitter arm und musste schon früh am Morgen beginnen, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Spinnerinnen, die erst am Abend zu spinnen begannen, konnten es sich leisten, waren eher wohlhabend. Sie saßen in größeren oder kleineren Runden zusammen, gestalteten ihre Abend-Freizeit, quasi ein Mädelsabend mit viel Schnack – eben erquickend und labend.

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